MEINE ELTERN
Aufgeschrieben von: Hedwig von Peltzer.
Die Geschichte der Familie Eduard von Peltzer und Olga Volck
und ihrer Kinder in Narva, Russland.
Text wiedergegeben und bearbeitet von Fyodor Soloview.

Hedwig (Heddi) von Peltzer
Sie wurde geboren 13. Mai 1877 in Narva, Russland

Peltzer Haus in Narva
1845-1918

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HERMANN FRIEDRICH MACCO
Geschichte U. Genealogie Der Familien Peltzer.

Beiträge zur Genealogie
rheinischer
Adels- und Patrizierfamilien.
III. Band.
Aachen 1901.

HERMANN FRIEDRICH MACCO
Geschichte U. Genealogie Der Familien Peltzer.

Beiträge zur Genealogie
rheinischer
Adels- und Patrizierfamilien.

III. Band.
Aachen 1901.

Seite 8

Es war das erste und fast letzte Mal, dass Pappi sie gesehen und sich mit ihr unterhalten hat. Auch er stand ganz unter dem Eindruck ihrer Persoenlichkeit.
 
Doch zurueck zu unserem Vater. Wie vielen Menschen hat er geholfen, wie machen jungen Maler unterstuetzt, sei es durch Bestellungen, sei es durch Studiengeldern. In einem der letzten Jahre, die ich in Kramersmühlen war, kamen einmal zwei Riesenkisten an, die Papa mit grosser Spannung auspacken liess. Es stellte sich heraus, dass sie voller Oelgemaelde waren - verschiedene Groessen und Formen - teilweise ganz wunderbare Landschaftsbilder. Papa hatte einem armen Maler abgekauft, als Andenken an seine vielen Reisen zur Krim, ans Schwarze- und Kaspische Meer. Waende gab es ja genug in dem grossen Hause und im unteren Stock hingen trotzdem nur wenige aber besonders schoene Sachen, die vorher einzeln gekauft worden waren.

Ausser Pferdezucht hatte Vater die Liebhaberei fuer Landbesitz. Erst war es Moloskowitzy in Awinzowa, allmählich kam hier und da eines dazu. In Honnef am Rhein hatte er auch ein kleines Gut "Wolfshof", unmittelbar zwischen der Station und dem Staedtchen gleichen Namens, am Fusse des Siebengebirges. Es gehoerte dazu ein grosses Haus in schoenern Garten, daneben durch eine Hecke getrennt, die landwirtschaftlichen Gebaeude, Obstgarten, Feld, Wiese, Weinberg und eine Muehle. Manchmal schickte man uns von dort herrliche Trauben, Aepfel und Birnen, die in feine Korkstückchen verpackt, gut in Narva ankamen.

Ueberall setzte Papa Verwalter ein, die ihn meist übers Ohr hauten. Ueberall wollte er Neuerungen einfuehren. Zu seinem Jagdgut Sassiki liess er viele Kilometer Fahrweg durch Sumpf legen, was eine Menge Drainierung erforderte - von der Chaussee bis fast an die Narowa. Natuerlich begruessten ihn die Bauern der Umgegend als ihren Wohltaeter, aber eines Tages waren die Unsummen, die seine Liebhabereien verschlangen, so riesig, dass er vor dem Bankrott stand. Es waren schreckliche Tage und es wurde damals von einem Familienmitglied aus der Generation meines Vaters ein so boeses Spiel gespielt, dass ich lieber davon schweige.

aaaaaaaaaaaaiii