MEINE ELTERN
Aufgeschrieben von: Hedwig von Peltzer.
Die Geschichte der Familie Eduard von Peltzer und Olga Volck
und ihrer Kinder in Narva, Russland.
Text wiedergegeben und bearbeitet von Fyodor Soloview.

Hedwig (Heddi) von Peltzer
Sie wurde geboren 13. Mai 1877 in Narva, Russland

Peltzer Haus in Narva
1845-1918

Hinzufügen und zu ändern nichts im Text, oder senden Sie Fotos, entnehmen Sie bitte Fyodor Soloview am

HERMANN FRIEDRICH MACCO
Geschichte U. Genealogie Der Familien Peltzer.

Beiträge zur Genealogie
rheinischer
Adels- und Patrizierfamilien.
III. Band.
Aachen 1901.

HERMANN FRIEDRICH MACCO
Geschichte U. Genealogie Der Familien Peltzer.

Beiträge zur Genealogie
rheinischer
Adels- und Patrizierfamilien.

III. Band.
Aachen 1901.

Seite 11

Beim Aussteigen griff Papa nach dem einzigen im Netz befindlichen Hut und stuelpte ihn ueber Da stoehnte Arthur: "Onkel Eduard!" Den neuen Hut hatte ein anderer mitgenommen und dieser war so uralt und abgeschabt, wie keiner von Papas "alter Garde".

Allgemeinen kleidete sich unser Vater gut. Ja, er war wohl etwas eitel, denn als Haar und Bart ganz weiss geworden waren, trug er meist hellgraue Anzuege, die ihm ausgezeichnet standen.

Im Alter schlief Papa nur bis etwa 5 Uhr, dann stand er auf und machte im Sommer seinen Morgenspaziergang in den Park. Dort stolzierte er nach Lahmaart durch betautes Gras und machte gewiss auch seine geschaetzten Freiübungen. Jedenfalls kehrte er frisch und froehlich heim zum Fruehstueck und ging anschliessend ins Kontor.

Er wird es nicht leicht gehabt haben mit seinem juengeren Bruder Robert, der aeusserst ehrgeizig, ihm seine Stellung neidete.

Einen kleinen Zug meines Vaters will ich hier wiedergeben. Vom 17.-23. August des Jahres 1890 waren die grossen Kaisermanöver in Narva. Kaiser Wilhelm der Zweite nebst Gefolge weilte als Gast seines Vetters Alexander des Dritten in Peterhof. Fuer die Manövertage waren die hohen Herrschatten auf der Fabrik und in der polowzewschen, schoen eingerichteten Villa im Park, einquartiert. Im Elternhause und in Grossvaters Haus waren verschiedene deutsche Fuersten und der Großfürst Wladimir einlogiert.

Papa wurde zu einem Diner in die Villa eingeladen. Sein Bruder Robert brannte darauf hinzugehen und Papa frug den Ueberbringer der Botschaft: "Kann nicht mein Bruder statt meiner hingehen?" Es hiess aber: "Nein, Sie werden gewuenscht, nicht Robert Napoleonowitsch". So leicht haette Papa auf diese Ehre verzichtet.

Peltzer Familie zur Feier des 90. Jahrestages der Robert Peltzer (Mitte), 1936

aaaaaaaaaaaaiii